Winterwald – Vogelkirsche und Pappel

Zweig der Vogelkirsche mit Lang- und Kurztrieb
Kurztrieb der Vogelkirsche (Prunus avium)

Am Waldrand wachsen oft Vogelkirschen. Der Baum braucht viel Licht und kommt im engen Verbund mit anderen Bäumen kaum vor. Der abgebildete Zweig zeigt einen Langtrieb aus jungem Holz, dessen Knospen auch wieder lange Triebe mit vielen Blättern bilden werden. Die Knospen stehen spiralförmig um den Zweig. Am Kurztrieb erkennt man dickere Knospen, aus denen sich die Blüten und Früchte, aber nur wenige Blätter entwickeln. Die verdickten Ringe im Kurztrieb entstehen durch hormonelle und vom Licht beeinflusste Stauchung des Zweiges. Eigentlich sind es Blattknoten (Nodien). – Für den Garten: Wenn man die Süßkirschen direkt nach der Ernte schneidet, sollte man darauf achten, dass viele Kurztriebe stehen bleiben und auch genügend Licht bekommen. Das gilt für fast alle anderen Obstbäume.- Am Waldrand im Bauroth stehen viele Vogelkirschen, die früher gut getragen haben. Inzwischen fällt die Ernte mickrig aus, den Bäumen fehlt das Licht.
Kirschbäume sind auch gut an der Borke erkennbar. Die ist rötlich und hat waagrechte helle Streifen. Bei näherem Hinsehen sieht man linsenförmige Risse. Das sind die Lentizellen oder Korkporen, die dem Baumstamm den Gasaustausch ermöglichen. Bei dem abgebildeten älteren Baum sehen sie wie Lippen aus.

Baumstamm mit ausgeprägten Korkporen

Bei unserem Spaziergang Mitte Januar fiel uns das unten gezeigt Dickicht wieder einmal auf. Vor Jahren brach ein starker Ast der Graupappel und legte sich mit seinen Zweigen auf die Wiese. Er wuchs munter weiter und bildet einen schönen Unterschlupf für spielende Kinder und so manches Tier. Auffällig sind die hellgrauen bis weißlichen Äste und Zweige dieses Baumes.

Zweiggewirr einer niederliegenden Graupappel (Populus x canescens)
Längliche Knospen der Graupappel

Die Anordnung der Knospen – und später der Blätter und Zweige – der Pappeln bezeichnet man als wechselständig. pro Blattknoten gibt es nur eine Knospe. Die Knospe an der Spitze wird Kätzchen bilden, die anderen nur Blätter. Deutlich sieht man auch den Farbunterschied zwischen einjährigem und älterem Holz. Alle Knospen glänzen. Das kommt von einer Harz- oder Wachsschicht, die das Eindringen von Bakterien und Pilzen verhindert und wie ein Frostschutz wirkt.

Pappeln gehören zur Familie der Weidengewächse und stehen oft mit ihnen zusammen, da sie ähnliche Ansprüche haben. Die Bestimmung der Pappeln ist mittlerweile recht schwierig geworden, da viele Arten seit 300 Jahren aus Nordamerika und Ostasien kamen, und sie sich gerne untereinander kreuzen. Unsere Graupappel hat als Eltern die wunderschöne Silberweide (fast unverkennbar) und die Espe („Zittern wie Espenlaub), von der es am Weg zwischen Fellingshausen und Rodheim eine große Gruppe gibt.

wikipedia. Graupappel

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