Waldbaden – Shinrin Yoku

Liegend mit geschlossenen Augen den Wald empfinden

In den letzten Wochen gab es des Öfteren Artikel zum Thema Waldbaden in der Tageszeitung. Anfangs dachte ich, was soll das? Warum heißt ein Waldspaziergang jetzt Waldbaden? Gemeint ist mehr.
Die Gemeinde Biebertal hat eine Fläche von 4392 ha. Davon sind 1963 ha Wald (rund 46%). Dort ist genügend Platz sowohl zum Spazierengehen als auch in ruhiger Lage zum Waldbaden. Entsprechend der alten japanischen Philosophie soll man sich dabei nicht als „Naturbenutzer“, sondern als Teil der Natur fühlen. Das muss vielen Leuten heute erst wieder beigebracht werden. Und daher gibt es dafür auch Kurse.

Beim Eintritt in den Wald herrscht Schweigegebot. Alle anderen Sinnesorgane werden dagegen aktiviert. Das Fühlen: den Waldboden, den Wind, die Borke der Bäume, die Ameise, die über den Arm krabbelt…..
Das Hören: Windgeräusche in verschiedenen Baumarten, Vogelgezwitscher, knackendes Holz, knarzende Baumstämme, summende Insekten……
Das Riechen: Der Waldboden, zerriebene Blätter, ein geschälter Zweig, duftende oder stinkende Pflanzen…..
Das Sehen: Wipfel von unten, Moos unter Lupe, besondere Pilze,…
Das Schmecken: Blüten, Linden- oder Buchenblätter, Sauerklee…

Genaue Betrachtung von kleinen Dingen
Wie ist die Borke der Fichte beschaffen?

Nehmen Sie auf jeden Fall eine Lupe mit! Optimal wäre eine Stereo-Lupe, doch die sind teuer. Mit ihnen erschließt sich eine kleine neue Welt, wenn man nur mal ein Moos genauer betrachtet.

Wie fühlt sich der Baum an? Welche Besonderheiten hat er?

Ganz spannend ist es, sich den Baum mit verbundenen Augen nur durch Fühlen einzuprägen. Nachdem die zweite Person die „Blinde“ wieder ein Stück weggeführt und die Augenbinde abgenommen hat, versucht die Fühlende den Baum auf Grund dessen, was gefühlt wurde, wieder zu erkennen.
Was hier sehr schwierig erscheint, klappt nahezu hundertprozentig.


Für eine gute Erinnerung wurden in diesem Falle zum Abschluss Kollagen aus Fundsachen erstellt. Wenn man sie zu Hause einige Tage zwischen dicke Zeitungen packt, lohnt es sich sogar sie zu rahmen.

Fotos: Ulrike Scherdin



Das Waldbaden in der Rureifel war ein gemeinsames Geburtstagsgeschenk für eine gute Freundin am 26. Juni. Wald verändert sich stetig: Drei Wochen später sieht es in einer Regenpause so aus:

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