Neue Bäume im Gailschen Park

Am 25. April ist der Internationale Tag des Baumes

Traubeneichen am Waldrand Baurod

Im November 2019 wurden im Gailschen Park 10 neue Bäume gepflanzt, die ich Ihnen nach und nach vorstellen werde. Sie haben jetzt ausgetrieben und sind fotogener als im Herbst. Zum Tag des Baumes beginne ich mit der Traubeneiche, die in Biebertal recht häufig vorkommt. Falls Sie selber einen Baum pflanzen wollen, sollten Sie aber bis zum Herbst warten. Die Bäume können sich in der kühlen und feuchten Jahreszeit viel stärker auf die Wurzelbildung konzentrieren und sind robuster als bei Frühjahrspflanzung, vor allem in solchen Trockenzeiten wie jetzt.

Unter den großen Eichen findet man reichlich Sämlinge

„Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“ – ein Satz, mit dem 1872 der Journalist und Farmer Julius Sterling Morton im baumarmen Nebraska (USA) einen jährlichen Arbor Day 1872 forderte. Am 10. April 1872 pflanzten erstmals Bürger und Farmer mehr als eine Million Bäume. Kaum zwei Jahrzehnte später hatte sich dieser Gedenktag in allen Staaten der USA verbreitet.
1951 wurde er von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Baumes ernannt.

Am ersten Tag des Baumes in Deutschland – am 25. April 1952 – formulierte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ihr Ziel für die Zukunft: „In jeder Gemeinde und Schule soll der Bevölkerung und insbesondere der Jugend durch symbolische Pflanzungen und Veranstaltungen die Bedeutung des Baumes näher gebracht.“

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Traubeneiche mit Eicheln

Die Traubeneiche kannte ich nur aus Büchern, bevor ich nach Biebertal kam. Sie wächst bevorzugt im Hügelland, ich wohnte vorher in der Ebene. Den deutschen Namen hat sie, weil die Eicheln in kleinen Träubchen direkt auf dem Zweig sitzen.

Die Traubeneiche ist ein sommergrüner Baum, der 25 bis 30 (maximal 40) Meter hoch und bis zu 2 Meter dick werden kann. Der Baum bildet eine  Pfahlwurzel, ist dadurch sturmfest und kann sich das Wasser aus großen Tiefen holen. Traubeneichen können 800 bis 1000 Jahre alt werden. Der älteste derzeit vermerkte Baum wächst auf der Insel Krk (Kroatien) und ist „nur“ 400 Jahre alt. In Deutschland gibt es etliche ältere Eichen, dabei handelt es sich jedoch um Stieleichen.
Stieleiche: kurze Blatt- und lange Fruchtstängel
Traubeneiche: längere Blatt- und kurze Fruchtstängel

Die Traubeneiche ergibt ein besonders hochwertiges Holz für verschiedene Zwecke wie Eichenfurnier, Weinfässer, Wasserbau u.v.a.m.  Ihre getrocknete Rinde wird für medizinische Bäder bei Hauterkrankungen verwendet (Falls sie zu oft Gummi-oder Plastikhanschuhe tragen und es jetzt juckt: hier ist ein empfehlenswertes Mittel).

Blühende Traubeneiche
Zum Vergleich: Blühende Rotbuche

Da bei uns so vieles nach Zahlen beurteilt wird: Der Baumjüngling im Gailschen Park hat jetzt noch keine erwähnenswerte CO²-Bindung, Das wird erst ab einer Höhe von etwa 6 m und 7cm Durchmesser gemessen. Bei einer 20 m hohen Eiche steigt die CO²-Bindung von 200 bis auf 5000 kg mit zunehmendem Alter und Stammumfang.

Scheinzypresse- schöner Baum statt verkrüppelte Hecke

Warum pflanzt man gewöhnliche Waldbäume in einem Park?
In einem Park wird den Bäumen Platz gewährt, so dass sie sich zu ihrer vollen Schönheit und nach allen Seiten entwickeln können. Das ist in der Landschaft nur selten der Fall. Vor allem im Wald stehen die Bäume in gegenseitiger Licht- und Platzkonkurrenz.
Bevor Sie den nächsten Baum in den Vorgarten pflanzen, sehen Sie sich besser ausgewachsene Exemplare in freier Stellung an, z.B. die Fellingshäuser Toteneiche oder wie im Bild, eine Scheinzypresse auf dem Rodheimer Friedhof. In den heutigen kleinen Gärten werden die meisten Bäume vergewaltigt.

Wird fortgesetzt. Nächstes Baumporträt: Der Feldahorn

Quellen:
https://www.sdw.de/projekte/tag-des-baumes/https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_dicksten_Eichen_in_Deutschland
https://www.turm-krk.de/de/aktivitaeten/geocaching/quercus-petraea
https://www.turm-krk.de/de/aktivitaeten/geocaching/quercus-petraea
https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/service/dateien/mb-27-kohlenstoffspeicherung-2.pdf

Fotos: Eveline Renell; wikipedia (1)

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