Kröten … wanderung – meist im März – Teil 2

Es wurden bereits an verschiedenen Stellen die ersten Opfer berichtet:

Fotos vom Bornweg – Susanne Pfeifer

Vorab die bislang benannten Gefahrenstellen:

In Rodheim-Bieber sind der Bornweg, der Weg von Hof Schmitte zum Faustballplatz, der Talweg, der Weg vom Wertstoffhof zur Elsa-Brandström-Straße, am Rimberg gegenüber der Hof Haina,
in Fellingshausen die Marschallstraße, die obere Pfarrstraße,
in Königsberg-Bubenrod die Straße zum Teich,
auf der Straße von Bieber nach Waldgirmes.

Anfang und Ende der Marschallstraße Fellingshausen

Siehe auch den Bericht von Evelin Renell (Teil 1)

In jedem Frühjahr erwachen Frösche, Kröten und Molche aus ihrer Winterstarre. Dabei ist die Körpertemperatur der Tiere stark gesunken, so dass ihr Stoffwechsel deutlich herabgesetzt ist und sie sich kaum noch bewegen können. Sie atmen in dieser Zeit auch sehr langsam und fressen während der ganzen Zeit auch nicht. Frösche und Kröten, als wechselwarme Tiere, sind dabei von der Außentemperatur abhängig. Damit sie in der Kälte nicht einfrieren, sorgen sie für viel Traubenzucker (Glukose) im Blut, das dann wie ein Frostschutzmittel wirkt.
Wenn es wärmer wird und die Temperaturen nachts nicht mehr kälter als 5 Grad Celsius sind, meist
im März, gehen die Amphibien auf Wanderschaft. Dabei tragen die größeren weiblichen Tiere zum Teil 5 männliche Kröten bis zu 5 km weit zu den Teichen.

Video: Dieter Mackenrodt – Kröten in Bubenrod

Sie suchen den Teich oder Tümpel, in dem sie selbst aufgewachsen sind, um dort ihre Eier abzulegen. Daraus schlüpfen dann die Kaulquappen, die im Wasser Kiemen zum Atmen haben. Nach ein paar Wochen bilden sich die Kiemen zurück, während die Kaulquappen eine Lungenatmung ausbilden, so dass sie später als Frösche oder Kröte auch an Land leben können.

Nachtaufnahmen am Dreispitz Fellingshausen
Simone Bachmann (März 2021)

Wie die Tiere ihr Geburtsgewässer über zig Kilometer zielstrebig wiederfinden können, ist bis heute ungeklärt.

Bei ihren Wanderungen müssen die Tiere häufig Straßen überqueren, was natürlich die Gefahr des überfahren Werdens mit sich bringt. Denn zum einen sind sie nicht die Schnellsten, zum anderen sind die Tiere meist nachts unterwegs, da dann die Luftfeuchtigkeit höher ist. Das lässt die Haut der Wasserbewohner nicht so schnell austrocknen. Gefährlich sind auch die Regenwassergullys, in die die Tiere hineinfallen und sich nicht mehr herausretten können.
Daher kümmern sich im Frühjahr viele Helfer darum, die Tiere mit kniehohen Krötenzäunen zu einer Brücke oder Unterführung zu leiten oder tragen die Tiere im Eimer selbst auf die andere Straßenseite.

Fotos: Lindemann, Renell, Bachmann, Mackenrodt, Pfeifer

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