Holunder in Natur und Garten

Der Schwarze Holunder gedeiht auch gut im Schatten

Wussten sie, dass der Holunder früher an jedem Bauernhaus stand? Er galt als Wohnsitz der Göttin Freya, die für die Quellen und Brunnen verantwortlich und außerdem die germanische Liebesgöttin war. Frau Holle hat mit ihm zu tun; und auch bei Griechen und Römern galt er als heiliger Baum. Dass sich – um etwas Negatives über ihn zu sagen -Judas, nachdem er Jesus verraten hatte, an einem Holunderbusch erhängt haben soll, halte ich für einen Übersetzungsfehler. Jeder, der mal mit Holunder zu tun hatte, weiß, wie leicht er bricht. Auch unter anderen Holunderarten habe ich keine gefunden, die geeignet wäre.

Der Holunder wurde schon vor Jahrtausenden genutzt, Er diente als Nahrungs- und Färbemittel, als Ausgangsmaterial für Flöten, oder um daraus Bohrer herzustellen, die mit Bogensehnen betrieben wurden.
Ich kenne ihn aus meiner Kindheit als viel genutzten Tee, um Fieber zu senken. Das Trocknen sollte außerhalb der Wohnung geschehen. So angenehm die frischen Blüten duften – sobald der Trocknungsvorgang beginnt, riecht er ganz unangenehm nach Katermarkierung. Aus den dickeren Stängeln haben wir das Mark (wattig) herausgedrückt und sie dann als Blasrohr genutzt. Als Kugeln eignen sich die die unreifen Beeren.

In Biebertal wachsen drei Arten von Holunder: Der schwarze Holunder (Sambucus nigra), siehe oben, an dem sich die Phänologie orientiert und wenige Rote oder Traubenholunder (Sambucus racemosa).

Traubenholunder (Sambucus racemosa) mit grünen Früchten Ende Mai

Beide haben den Namen nach der Farbe ihrer reifen Beeren. Dann gibt es allerdings einige Stellen, an denen Attich wächst. Das ist der Zwergholunder (Sambucus ebulus), der im Gegensatz zu den beiden anderen kein Strauch, sondern eine Staude ist. Wenn man von der Rodheimer Straße in die Marschallstraße in Fellingshausen abbiegt, kann man links in der Wiese eine große Gruppe sehen, die im Mai rasant wächst.

Im Vordergrund viele Attichpflanzen (Sambucus ebulus)

Der Attich ist in allen Teilen giftig. Sein Verzehr kann zu Durchfall und Erbrechen, sogar zum Tode führen. Die Beeren des Schwarzen und Roten Holunders soll man nur gekocht essen, die Blüten des Schwarzen sind aber frittiert eine Delikatesse. siehe Rezepte folgt später
Der Traubenholunder wächst bevorzugt im Bergland (Biebertal liegt im Hügelland). Meine Versuche, ihn durch Stecklinge zu vermehren, scheiterten jedes Mal kläglich. Aber eines Tages fiel mein Blick auf eine unaufgeräumte Stelle am Steilhang – und da stand er, wohl schon im dritten Jahr. Besonders schön ist er mit seinem kupferfarbenen Austrieb und ab Juni mit dicken Trauben roter Beeren die schnell von der Vogelwelt vernascht werden.
Es gibt einige schöne Holundersorten für den Garten. siehe Haus und Garten, folgt später.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Holunder

Meiner vierjährigen Tochter hatte ich eingeschärft, dass sie die Früchte des Holunders nicht vom Strauch essen dürfte. Eines Tages kam sie vom Spielen mit den Nachbarskindern zu mir und sagte „Mama, die Isabel (8 Jahre) hat die Früchte gegessen, du hast doch gesagt, dass sie giftig sind.“ Also ging ich raus, fragte Isabel nach der gegessenen Menge – zum Glück wenige – und erklärte allen Kindern, dass die Früchte roh giftig seien und dass man sie erst kochen müsse.

Ein paar Wochen später besuchten wir das Exotarium im Frankfurter Zoo. Bei den Schlangen zeigte ich meiner Tochter, welche giftig sind. Prompt folgte die Frage: „Muss man die erst kochen?“

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