Futtereimer für Rebhühner

Rebhuhn – Bilder: Wikipedia
Bilder: Lindemann


In diesem Jahr wurden auch in unser Gemeinde Futtereiner aufgestellt, obschon der NABU die Aktion „Futtereinmer für Rebhühner“ – vor allem deren Finanzierung durch die Ausgleichsabgabe – kritisiert.

zwischen Fellingshausen und Bieber
unterhalb vom Hotel Keltentor

„Ist das der neue Naturschutz, wie wir ihn uns vorstellen?“ fragt Herr Korn aus Linden in einem Leserbrief, der vom Gießener Anzeiger am 17. 6. 2020 veröffentlicht wurde.
Er fragt sich, ob das nicht eher Futterstellen für Füchse sind. Plastikeimer mit Futter in der Landschaft, die überdies noch mit Geldern finanziert sind, die für den Naturschutz bestimmt sind. Was Rebhühner wirklich benötigen, sind artenreiche Feldsäume und größere Brachflächen. Dort finden sie ihr gesamtes Nahrungsspektrum an Sämereien, Wildkräutern und die Küken die notwendigen Insekten, die sie ausschließlich in der ersten Lebenswoche fressen. Für den Fortbestand der bedrohten Art ist jedoch die Brutzeit der „Flaschenhals“ für die Populationsentwicklung.
Eine Zufütterung ist – falls überhaupt – nur in sehr schneereichen und harten Wintern sinnvoll.

Im Feldflurprojekt Gießen-Süd im Bereich Gießen-Lützellinden haben sich die Rebhuhnbestände binnen zwei Jahren fast verdoppelt – ohne Futtereimer -, mit der Anlage von fast zehn Hektar Brachfläche.
Denn überwiegend lebt das Rebhuhn in Mitteleuropa in der Feldflur. Brachen, artenreiche Feldsäume und ähnliche Strukturen, die Deckung bieten, sind ihr Lebensraum.
Bejagung, Verlust von Kleinstrukturen und Brachen, aber auch der Rückgang der Nahrungsangebote infolge von Pestiziden ließen den Bestand europaweit seit 1980 um 94 % sinken.

Futtereimer mit speziell angemachtem Rebhuhnfutter sind auf keinen Fall ein Ersatz für die benötigten Flächen! In der intensiv gespritzten Ackerlandschaft fehlt es jedoch an den vom Nachwuchs so dringend benötigten Insekten. Hinzu komme, dass die Futtereimer unter anderem Ratten und Mäuse sowie Füchse anlocken.
Forschungsergebnisse gehen davon aus, dass in der Argrarlandschaft ein Anteil von 5 -10 % Brachfläche benötigt werde, um bedrohte Arten nachhaltig zu fördern. Flurfeldprojekte sieht der NABU als sinnvollen Einsatz von Ausgleichsgeldern, da hier die Lebensraumbedingungen für Rebhühner und andere Tiere der Feldflur verbessert würden.

Quelle: Gießener Anzeiger, 16. 06. 2020

Der Jagdverein „Hubertus“ Gießen und Umgebung e.V. nimmt zum NABU Stellung

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