Der Streuobstanbau in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe!

Ein Gastbeitrag von Markus Schmidt

Da guckst du!

Durch die Initiative des Vereins „Hochstamm Deutschland e.V.“ wurde der Streuobstanbau am 19. März 2021 in die Liste der Immateriellen Kulturerbe Deutschland aufgenommen.

Der Jahrhunderte alte Streuobstanbau schwindet seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Damit geht nicht nur Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt verloren, sondern auch traditionelles Handwerkswissen sowie das Wissen um die alten Sorten. Im 20. Jahrhundert wurden viele Streuobstflächen gerodet, was zu einem Verlust großer Flächen geführt hat. Heutzutage sind die wenigen Flächen weniger durch Rodung bedroht, vielmehr durch fehlende Wertschätzung, schwindendes Wissen und fehlende handwerkliche Fähigkeiten. Die mangelnde Rentabilität und der hohe Arbeitsaufwand fördern diesen Trend zusätzlich. Doch muss immer alles rentabel sein? Ein Auto Kostest auch „nur“ Geld…. Wenn die Biodiversität erhalten bleiben soll, kommt man an der Streuobstwiese nicht vorbei. Grade hier in Hessen, dem Land des Stöffche, sollte der Streuobstanbau erhalten und wieder belebt werden.

Der Streuobstanbau ist heutzutage angewiesen auf ehrenamtliches Engagement und öffentliche Veranstaltungen wie Apfelwein-, Streuobst- und Obstblütenfeste. So können traditionelle handwerkliche Fähigkeiten sowie das Wissen um die Sortenvielfalt und Standortwahl bewahrt werden. Eine weitere schöne Tradition ist das Pflanzen von Obstbäumen zu Geburten und Jubiläen, welches auch dem Erhalt der Streuobstbestände dient.

Nicht zuletzt ist die Streuobstwiese Heimat für viele bedrohte Arten wie zum Beispiel unseren heimische Steinkauz. Aber auch Schleiereulen und Fledermäuse nutzen diese Habitate und sind somit auf deren Erhalt angewiesen.

Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. strebt jetzt die Europaweite Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe an. .hochstamm-deutschland.de

Wer bei dem Erhalt helfen möchte oder nähere Informationen benötigt, kann sich gerne unter folgenden Adressen melden:

Bilder: Markus Schmidt, Nabu Rodheim

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