Der Krippenweg im Mai

Der kahle Hang vom letzten Herbst ist im Mai wieder grün

An der Stelle, an der im letzten Herbst Bäume gefällt wurden, worüber sich etliche Krippenweg-Besucher beschwerten, findet man jetzt eine Menge an neuen Pflanzen.

Bäume und Sträucher: Rotbuchen, Traubeneichen, Bergahorn, Holunder, Vogelkirschen, Vogelbeeren, Himbeeren, Brombeeren

Krautige Pflanzen (Ein- und Zweijährige, Stauden): Kleines Springkraut, Knoblauchsrauke, Ruprechtskraut Waldwicke
Klettenlabkraut, Waldziest, Waldmeister, Waldbingelkraut, Echte Nelkenwurz, Zwiebel-Zahnwurz, Walderdbeeren, Salbei-Gamander*), Brennnesseln
Diverse Gräser, z.B. Waldmarbel, Seggen; Frauen- und Wurmfarn.

Auf der anderen Seite des Weges wachsen in etwa die gleichen Pflanzen, zusätzlich noch: Disteln, Großblättriger Ampfer, Veilchen, Ginster, mehr Holunder, Löwenzahn.

Links ältere Traubeneiche, Frauenfarn, hinten jetziger Waldrand; rechts Holunder, Mitte Waldmeister und Klettenlabkraut


Mutter Natur mag keinen unbedeckten Boden. Nackte Erde gibt es nur auf kranken und gestörten Flächen.
Am aktivsten ist die Natur an Grenzflächen, hier also zwischen Waldrand und neuer Lichtung.
Es ist schön, dass das alte Holz hier liegen bleibt; nach einigen Wochen wird man kaum noch etwas davon sehen.
Aus Bayern gibt es ausführliche Waldbeobachtungen. An Totholz konnte man von den 5.000 Käferarten in Bayern etwa 1.200 Käferarten beobachten, die sich während des überwiegenden Teils ihrer individuellen Lebensspanne am oder im gesunden oder kranken Holz aufhalten. Wichtig ist für sie dabei auch, dass das Totholz aus unterschiedlichen Teilen des Baumes stammt.

*) Den Salbei-Gamander kann ich sehr empfehlen für trockenen Schatten im Garten. Er ist immergrün, die Blätter sehen denen des Gewürzsalbeis ähnlich, sind aber etwas kleiner. Die am Stängel herablaufenden weißen Blüten sind zwar unscheinbar, aber ein Magnet für alle Insekten, die ebenfalls nicht groß sind. Mit Blütenstängeln kann die Pflanze 30-60cm hoch werden, ansonsten ist sie Kissenartig und kompakt. Die Pflanze stellt keine großen Bodenansprüche; im Wald wächst sie gern in Gesellschaft von Eichen. Wie der Salbei gehört der Salbei-Gamander zu den Lippenblütlern, wird in manchen Gegenden auch zur Wundheilung verwendet.

Lebendige Krippe: Der Stumpf der Traubeneiche treibt wieder aus und die Krippe schmückt sich mit Waldmeister

Quelle: waldwissen.net/wald/naturschutz/arten/lwf_artenvielfalt/index_DE

Fotos: Eveline Renell

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